Ort
Aachen

Bauherr
EWW Effert Witte Walz GbR

Leistungsphase
1-8

Größe
722m²

Teile dieses Projekt!

Das Jugendstildenkmal am Rande des Stadtparks erstrahlt wieder in seinem ursprünglichen Glanz. Nach einem langen Sanierungsstau war die Bausubstanz vor unserem Eingriff stark in die Jahre gekommen. Farbe und Fassade zeugten deutlich von den Jahrzehnten ohne größere Instandsetzung. Die reich verzierte Fassade wurde mit einem neuen Farbkonzept überarbeitet und ertüchtigt. Die Farbgebung ist nun wieder monochrom gehalten, wie es der ursprünglichen Gestalt des Gebäudes entspricht, und lässt den reichen Fassadenschmuck des Jugendstils wieder zur Geltung kommen. Auch bei der Wahl der Dachziegel haben wir eng mit der Denkmalpflege abgestimmt, um das historische Erscheinungsbild des Gebäudes zu wahren.

Der Denkmalschutz, unter dem Teile des Gebäudes stehen, verlangte ein behutsames Vorgehen: Jede Maßnahme wurde sorgfältig mit dem Erhalt der historischen Substanz in Einklang gebracht. Da die Sanierung im bewohnten Zustand erfolgte, mussten die baulichen Eingriffe zudem eng mit dem laufenden Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner abgestimmt werden.

Neuer Wohnkomfort

Zur Verbesserung der Gebäudehülle wurden die Fenster durch hoch-isolierende, historisch nachempfundene Holzfenster ausgetauscht und der Dachstuhl gedämmt. Beide Maßnahmen steigern den Wohnkomfort spürbar, ohne dass das historische Erscheinungsbild darunter leidet. Anhand eines historischen Fensterprofils aus dem Dachgeschoss konnte die ursprüngliche Profilierung der Fensterprofile rekonstruiert werden. So tragen auch die neuen Fenster den Charakter des Gebäudes weiter. Durch den Einsatz diffusionsoffener Baustoffe wurde solide und nachhaltig in den Fensterlaibungen gedämmt, sodass Bauphysik und Denkmalschutz miteinander vereinbar blieben.

Die energetische Baumaßnahme wurde von der Bafa gefördert und unterstreicht den Anspruch, historische Bausubstanz zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Wohnraum im Dachgeschoss

Im ungenutzten Dachgeschoss entstand neuer, lichtdurchfluteter Wohnraum. Der alte Dachstuhl blieb dabei erhalten. Wir haben ihn bewusst sichtbar belassen, sodass die historische Holzkonstruktion den Charakter der neuen Wohnungen prägt und Alt und Neu unmittelbar erlebbar macht. Ein Aufzug wurde behutsam auf der Gartenseite in eine Gebäudenische eingesetzt, um die beiden neuen Dachgeschosswohnungen barrierefrei zu erschließen, ohne die Fassade zur Straße zu beeinträchtigen. Alle Wohnungen wurden mit einem Balkon ausgestattet und erhalten so einen eigenen Freiraum.

Zusätzlich wurde das gesamte Gebäude an die Fernwärme angeschlossen; einzelne Bestandswohnungen wurden im Zuge dessen ebenfalls saniert, sodass die energetische Modernisierung nicht auf das Dachgeschoss beschränkt blieb.